Caspar persönlich

Der Lauf der Zeit

Die Fassade des «Adlers» erzähle auch aus seiner Baugeschichte, sagt Architekt Holger Widmann. Wurden ursprünglich beispielsweise Steine aus der Umgebung verwendet, kamen später immer mehr industriell produzierte Backsteine zum Einsatz. Das sieht man, wenn der Putz mal ab ist.

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Mer göhnd as Läbige

Natürlich könne man alles auch einfacher machen, sagt Kunstschlosser Werner Villiger: «Ein bisschen staubstrahlen, Polyesterspachtel drauf, spritzen, fertig.» Doch das stimme für ihn nicht. «Mer göhnd as Läbige», sagt er. Fürs «Caspar» restauriert Werner Villiger die beiden Wirtshausschilder von «Adler» und «Ochsen». Und zwar nicht nur so lange, bis er müde sei, sondern bis die Form stimme. Das kann dauern …

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Ich arbeite wie ein Detektiv

Ob ein Projekt in der Grossstadt oder in der sogenannten Provinz liege, habe für sie keine Bedeutung, sagt Architektin Tilla Theus. Es gehe vielmehr darum, eine aufgeschlossene Bauherrschaft und eine architektonisch spannende Aufgabe zu haben. Und genau das sei in Muri der Fall.

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Das Drei-Häuser-Hotel und seine Macher: Katja Christen

Eigentlich wäre sie gerne Dekorateurin geworden. Oder Künstlerin. Etwas Kreatives halt. Doch die Eltern wollten, dass sie zuerst etwas «Gescheites» macht. Also wurde Katja Christen (die damals noch Lang hiess) Bankerin. Das bereue sie nicht, sagt sie rückblickend. Denn heute kann sie ihre künstlerische Ader längst wieder ausleben. Unter anderem beim «Caspar», wo ihre Fähigkeiten besonders dann gefragt sind, wenn es ums Design geht. Dass das Projekt nun immer konkreter werde, sei motivierend, sagt sie. «Das macht richtig Freude.»

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Schlechte Aussichten

Seiner Nähe zum Kloster verdankt der «Adler» eine ganze Reihe von Händeln, da sich die Mönche durch das wilde Treiben im Wirtshaus hin und wieder gestört fühlten in ihrer Andacht.

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«Natürlich ist das erfolgversprechend»

Zwei Restaurants, 50 Zimmer, ein Saal: Dieses Konzept werde aufgehen, wenn man die Chancen nutze, die sich dadurch bieten, sagt der Aroser Tourismusdirektor, der gebürtige Aargauer Pascal Jenny. Und dass man auf eine lange Geschichte zurückblicken könne, sei vor allem dann ein Trumpf, wenn man sie mit den aktuellen Trends verbinde. «Diese Chance müsst ihr packen!» Werden wir.

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Sündiger Blick über die Mauer

Es war eindeutig nicht sein gottgefälliger Lebenswandel, weshalb Jacobus Meyer 1586 zum Abt des Klosters Muri gewählt wurde, sondern seine noble Herkunft.

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Der Würt im Wey

Ob er tatsächlich schon den «Ochsen» führte, ist nicht klar. Aber erwähnt wird Andres Strebel 1596 als «Würt im Wey».

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Heiliger Bimbam!

Bis ins 19. Jahrhundert ist die Geschichte des Murianer Gastgewerbes eng verbunden mit jener des Klosters. Denn wer die Freiämter Gemeinde besuchte, tat es vor allem aus religiösen Gründen, und wer hier wirtete, brauchte den Segen des Abts. «Die Bedeutung des Klosters war bis zu seiner Aufhebung 1841 enorm», sagt Urs Pilgrim. «Und ist es heute wieder.» Der ehemalige Murianer Arzt muss es wissen: Er engagiert sich nicht nur als Klosterführer, sondern gilt als ausgewiesener Kenner von dessen Geschichte.

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Der Adler wird flügge

Eine Beiz im heutigen Sinn war er kaum: Zwar wurde der «Adler» schon 1575 als Wirtshaus erwähnt, was aber kaum viel mehr bedeutet haben mag, als dass man dort einen Schoppen Wein und ein Stück Brot bekommen konnte.

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Was hier wohl dahintersteckt?

Eigentlich sollten die «modernen» Verkleidungen im «Adler» zügig zurückgebaut werden. Doch da schaute plötzlich ein bunter Vogel hinter dem Putz hervor. Unterschiedliche Decken- und Wandmalereien im Obergeschoss sorgten für eine Zwangspause auf der Baustelle, denn auf den ersten Blick konnte niemand so recht sagen, wie alt und wertvoll der lange Zeit verborgene Schatz denn tatsächlich ist. Ein Fall für den Denkmalschützer.

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Himmlische Zustände

Das Kloster Muri hatte lange Zeit nicht nur in Sachen Messwein die Nase vorn. Wer bis Ende des 18. Jahrhunderts in Muri eine Wirtschaft betreiben wollte, durfte dies nur mit dem Segen des Abts tun, der sich dafür entsprechend bezahlen liess.

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Gemeindepräsident Hampi Budmiger zum Projekt Caspar

Muri steht im Zentrum der Region und zieht nicht nur durch das Kloster auch Auswärtige an. Vom neuen Drei-Häuser-Hotel Caspar erhofft sich Hampi Budmiger nicht nur eine Erweiterung des kulturellen Angebots, sondern auch eine Wiederbelebung des Dorfkerns rund um das Kloster. Es wird ein neuer Ort für das Zusammenkommen von Murianern und Auswärtigen.

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Hirschen hoch zwei

Als Baumeister Franz Joseph Rey 1800 von den zuständigen Behörden die Erlaubnis erhielt, in Muri-Dorf eine Wirtschaft zu eröffnen, nannte er sie Hirschen. Das wäre an sich nichts Besonderes gewesen, hätte es in Muri nicht schon einen «Hirschen» gegeben, nämlich in Muri-Egg.

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Das Drei-Häuser-Hotel und seine Macher: Josef Gut

Als Arzt war er in Muri eine «Institution». Als Musikliebhaber fördert und unterstützt er seit langem das kulturelle Leben der Gemeinde. Mit dem «Caspar» möchte er dem Ort, der ihm zur zweiten Heimat wurde, nun ein Geschenk machen. «Ich wurde hier seinerzeit herzlich aufgenommen», sagt Josef Gut, der gebürtige Luzerner. «Dafür bin ich dankbar.» Das Hotelprojekt hat ihm allerdings nicht nur eitel Freude bereitet …

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Das «Caspar» hat einen Direktor

Die Würfel sind gefallen: Der Zürcher Hotelier John M. Rusterholz wird die Leitung des «Drei-Häuser-Hotels» übernehmen. Er tritt sein Amt im April 2021 an. Das sei, so der Verwaltungsrat der Hotel Muri AG, ein Glücksfall, denn Rusterholz ist «ein alter Hase». So sammelte er nicht nur rund um den Globus Erfahrung in der Hotellerie, als General Manager des Kreuzfahrtschiffs Mercury war er sogar Gastgeber auf hoher See, und die letzten Jahre führte er erfolgreich verschiedene Hotels der gehobenen Klasse in der Schweiz. Nun will er auch als Direktor mit dem «Caspar» in Muri durchstarten.

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Frisch herausgeputzt: unsere Baustelle

Das sieht doch schon ganz anders aus. Seit Anfang Oktober präsentiert sich unser Caspar im neuen Kleid. Der eingerüstete «Adler» weist nun unübersehbar darauf hin, was hier entsteht: Gastfreundschaft auf hohem Niveau. Die QR-Codes auf den Bauzaungittern führen Sie übrigens immer direkt zu den aktuellen Infos rund um das Projekt – informativ, überraschend, unterhaltend.

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Wer ist eigentlich Caspar?

Natürlich: unser neues Hotel mit seinen 50 Zimmern, zwei Restaurants und dem exklusiven Saal. Ab Ende 2021 werden es zusätzlich rund 20 Angestellte sein. Doch im Moment sind es jene Personen, die den Anstoss zu diesem spannenden Projekt gaben. Und auch für die Finanzierung sorgten.

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Was kommt künftig auf den Tisch, Adrian Stalder?

Er muss es wissen, denn Adrian Stalder ist für das Hotel- und Gastronomiekonzept von Caspar mitverantwortlich. Was im neuen «Ochsen» und im neuen «Adler» künftig aufgetischt wird, kommt nicht zuletzt aus der Ideenküche des Wahl-Tessiners, der sich selber als «Praktiker und DO HOW-er» bezeichnet. Das darf er auch: Mit sechs Betriebseröffnungen und 25 Jahren Führungserfahrung weiss er sehr wohl, was er tut.

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