Architektur ist kein Selbstzweck


1


Ateliergespräche (Teil 3)

«Caspar», das sind im «Adler» und im «Ochsen» mehr als 400 Jahre Geschichte. Was bleibt nach dem Umbau davon erhalten?

Etwas Wundervolles und nicht Selbstverständliches: dass es nach 400 Jahren mit der Gastlichkeit in die Zukunft geht. Es bleiben Häuser erhalten, in denen Geschichten fortgeschrieben und Familientraditionen weiter gepflegt werden können.


Die historische Bausubstanz so weit als möglich zu erhalten, sorgt natürlich für ein besonderes Ambiente, ist aber auch eine Hypothek: Inwiefern profitiert das «Caspar» davon? Und wo hat dieser Anspruch zu Problemen geführt?

Das Ambiente profitiert in jeder Hinsicht. Die historische Bausubstanz verstehe ich nicht als Hypothek, sondern als Chance, die Vergangenheit ästhetisch weiterzuführen und für Jahrzehnte in einer modernen Interpretation zu sichern.


Wie jedes Hotel wird auch das «Caspar» eine bestimmte Klientel haben. Wie stellen Sie sich diese Klientel vor? Wen möchten Sie mit Ihrer Architektur ansprechen?

Die Architektur ist für mich und auch hier kein Selbstzweck, sondern dient praktischen Zielen, nämlich der rationellen Betriebsführung auf hohem Niveau und ausgerichtet auf Gäste mit vielfältigen Bedürfnissen.


Woran haben Sie beim «Caspar» am meisten Freude?

Gemeinsam mit dem Projektleiter Holger Widmann freue ich mich über den Mut und den Willen der Bauherrschaft, die Verantwortung für ein historisches Ensemble mit Zukunftsbejahung zu tragen.


Sie haben einen Wunsch frei: Was wünschen Sie sich für das «Caspar»?

Wenn es nur ein Wunsch sein darf: dass die Besitzer überzeugt sagen können, die Erneuerung habe sich gelohnt.