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Das Drei-Häuser-Hotel und seine Macher: Katja Christen


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Ein Unikat schaffen

«Ich habe meine Kindheit und Jugend auf dem Schiff verbracht», erzählt Katja Christen lachend. Die Eltern hatten ein Segelboot auf dem Hallwilersee, wo sie viel Zeit verbrachten und gerne zwischendurch beim Restaurant Schifflände anlegten. Dass sie genau dort einmal ihr eigenes Hotel bauen würde, konnte Katja damals natürlich nicht ahnen. Als die Langs ihren Standplatz am Hallwilersee verloren, wurde der Bodensee zur neuen Heimat. «Während andere Familien zelten gingen», erzählt sie, «machten wir Ferien auf dem Schiff.» Diese Leidenschaft sollte ihr bleiben.

Nach Abschluss ihrer Banklehre geht Katja Christen für zwei Jahre zur Banque Pictet nach Genf. Als es ihr dort zu eng wird, macht sie einen Sprachaufenthalt in den USA, wo sie mit einer Freundin in einem klapprigen Chevrolet Impala rumreist. Zurück in der Schweiz bekommt sie eine Anstellung bei der Credit Suisse in Zürich und absolviert eine Ausbildung zur Devisenhändlerin. Der Job gefällt ihr. Doch das Fernweh ist stärker: Mit ihrem damaligen Partner kreuzt sie auf dem Mittelmeer, überquert mit ihm den Atlantik und segelt der Osküste Amerikas entlang. Als das Paar nach zweieinhalb Jahren im wahrsten Sinne des Wortes in New York landet, hat sie keine Perspektiven: Arbeiten darf sie als Ausländerin ohne Greencard nicht.

Katja kehrt allein zurück in die Schweiz, wo sie einen alten Bekannten trifft: Urs Christen. Die beiden kennen sich schon lange und teilen viele Interessen – allen voran den Sport und die Fasnacht. Wenn der Gängeliball ansteht, sorgt sie für die richtige Deko. Die beiden verlieben sich und werden ein Paar. 2001 kommt Sohn Noah zur Welt, vier Jahre später Gian. Die Christens leben in Geltwil, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Das bedeutet für Katja unter anderem, dass die Betreuung der Kinder aufwändiger ist. In ihrem Atelier, wo sie bisher leidenschaftlich Schmuck aus allen möglichen Materialien designte («gerne aus Unedlem», wie sie sagt), wird es ruhiger. «Nur ein, zwei Stunden hin und wieder geht für mich nicht», sagt sie. «Ich kann mit kurzen Zeitfenstern nichts anfangen.»

Langweilig wird es ihr trotzdem nicht. Die Söhne sind noch klein, als Katja und Urs Christen sich auf ein echtes Abenteuer einlassen: Sie kaufen die «Schifflände», die sie – entgegen ihren ersten Absichten – allerdings nicht sanft sanieren und ein bisschen vergrössern, sondern abreissen müssen. Zusammen mit Architekt Guido Henzmann, einem ausgewiesenen Spezialisten für Gastronomieprojekte, bauen sie in Birrwil die neue «Schifflände», die zur Erfolgsgeschichte wird. Auch am Familientisch wird eifrig über das Projekt diskutiert, und die Söhne dürfen schon mal mit anpacken, wenns ums Einrichten geht. Das verbindet, und so wird die neue «Schifflände» für die Christen-Kinder das, was die alte für ihr Mutter war: ein Teil ihrer Kindheit.

Nach der «Schifflände» ein weiteres Hotelprojekt in Angriff zu nehmen, steht für Katja und Urs Christen trotzdem nicht zur Debatte. Doch der Zufall will es, dass sie plötzlich Teil eines solchen werden. Und dies ausgerechnet in ihrer Heimat Muri. Zusammen mit der befreundeten Familie Gut packen sie das Projekt «Caspar» an, das allerdings nicht vergleichbar ist mit der «Schifflände». Es ist einige Nummern grösser und auch nicht mehr allein ihr Projekt. Für Katja Christen ist aber von Anfang an klar, dass sie sich wieder mit Leib und Seele engagieren will dafür. Das schätzt auch Architektion Tilla Theus, die dies nicht als Einmischung empfindet, sondern der Meinung ist: «Nur so entstehen Unikate.»

Und genau das soll das «Drei-Häuser-Hotel» auch werden: ein Einzelstück. Unverwechselbar, schillernd – ein Schmuckstück halt, nicht allein, aber doch auch ein kleines bisschen aus dem «Atelier» von Katja Christen, die mittlerweile richtig Freude bekommen hat am Ganzen. «Jetzt hat das Kind einen Namen und bekommt eine Persönlichkeit», sagt sie. «Darauf freue ich mich.»


 

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